Begegnungszentrum des Deutsch-Ukrainischen Dialogs e.V.

In unserem Begegnungszentrum möchten wir das bürgerschaftliche Engagement unter anderen unter Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteten fördern, das demokratische Lernen durch bürgerschaftliches Handeln unterstützen und die Solidarität und Kohäsion in der Gemeinschaft der Stadt fördern.

Ein weiteres konkretes Ziel ist es, das Begegnungszentrum für Geflüchtete aus der Ukraine und andere Augsburger*innen als eine nachhaltige Struktur eines besonderen interkulturellen Ortes zu etablieren und ein Integrationsangebot auszubauen. Dieser Ort der Begegnung soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ein aktives bürgerschaftliches Engagement, einen Dialog (auch zu komplexen Themen der Gegenwart) ermöglichen und begleiten.

PROJEKTZIELE

bürgerschaftliches Engagement von Augsburgerinnen und Augsburger sowie von Geflüchteten aus der Ukraine

nachhaltiger Dialog zwischen Deutscher und Ukrainischer Bevölkerung

FÜR WEN

Bürgerinnen und Bürger der Stadt Augsburg, Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete aus der Ukraine

WANN

Das Begegnungszentrum ist der Dreh- und Angelzentrum unserer Projekte, die meisten Veranstaltungen finden hier an vielen Wochentagen statt.

Das ganze Angebot an Veranstaltungen finden Sie in unserem Kalender

WO

Begegnungszentrum des Vereins Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. am Augsburger Königsplatz

(Bahnhofstraße 2, 86150 Augsburg)

SPRACHE

Alle Sprachen & Dialekte sind wilkommen!

Integration durch Begegnung auf Augenhöhe

Die Arbeit des Begegnungszentrums erstreckt sich auf folgende Bereiche:

  • Bildung (Vermittlung von Sprachkursen, Kreativitätskurse, etc.)

  • Beratung (Beratung für Geflüchtete, aber auch für Multiplikatoren, die den Geflüchteten bei der Alltagsbewältigung zur Seite stehen)

  • Integration und interkultureller Dialog (Diskussions-,- Film-, Musikabende sowie deutsch-ukrainische Stammtische). Eine besondere Initiative stellt das Teilvorhaben „Geschichte der Flucht und Ankunft dar, in dem eine Ausstellung und eine Broschüre über die erzählten Geschichten der geflüchteten Menschen gesammelt und in pädagogischen Projekten reflektiert werden. 

  • psychologische und pädagogische Unterstützung (kreative Gruppenprojekte; Erzählcafé  „Wir sind alle Migrant/-innen“, Selbsthilfegruppen)

Begegnungszentrum am Kö

  • Übernahme des Infopoints am Königsplatz durch den Deutsch-Ukrainischen Dialog e.V. und Umbenennung in Begegnugszentrum

  • 51 Freiwillige – seit 15. Juli 182 Stunden geöffnet – weitere unzählige Beratungen

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Begegnungszentrum als Konzept

Der russische Krieg gegen die Ukrainie trieb viele Millionen Menschen [mehr als 12,5 Millionen] aus der Ukraine in die Flucht.

Viele [rund 1 Million] Geflüchtete kamen nach Deutschland und so auch nach Augsburg.

 

Der Zustrom von Flüchtlingen hat sowohl die staatlichen Institutionen als auch die freiwilligen Flüchtlingshelfer vor große Herausforderungen gestellt.

 

Die deutsche Zivilgesellschaft ist durch eine komplexe Struktur von Behörden, Flüchtlingsorganisationen und Freiwilligenverbänden geprägt, deren Aktivitäten und Zusammenspiel für eine demokratische, humane und solidarische Gesellschaft unabdingbar sind.

 

Vom ersten Tag des Krieges an haben die Augsburger Ehrenamtlichen so zu sagen die Augsburger Antwort auf diesen Krieg mitgestaltet: es wurden Hilfsgüter gesammelt, die Ankunft der ersten Flüchtlinge vorbereitet und begleitet, Behörden kontaktiert und Unterstützungsstrukturen aufgebaut.

 

Die Stadt Augsburg hat dann im April 2022 einen „Info-Point“ am Königsplatz  eröffnet, in welchem die Geflüchteten erste Beratung und Unterstützung erhalten konnten. Der Info-Point wurde maßgeblich durch Augsburger freiwilligen Organisationen getragen, so vor allem vom Verein „Tür an Tür“ und von den Freiwilligen des Deutsch-Ukrainischen Dialogs e.V. 

 

Die Besonderheit dieser Initiative liegt vor allem auch darin, dass die Geflüchteten, die am „Info-Point“ erste Beratung und Unterstützung erhalten haben, sich selbst als Freiwillige organisieren wollen, um sich gesellschaftlich zu beteiligen und in ihrer „neuen“ Gesellschaft anzukommen. 

 

Der Info-Point wurde im Juli 2022 durch „Deutsch-Ukrainische-Begegnungszentrum“ ersetzt,  das vom Verein „Deutsch-Ukrainischer Dialog“ getragen wird. So soll die Integration der ukrainischen Geflüchteten durch deren Teilnahme an konkreten ehrenamtlichen Projekten und Initiativen gefördert werden.  

Begegnungszentrum und die Migration in Deutschland

Das ehrenamtliche Engagement im Kontext der Migration hat in Deutschland eine lange Tradition, aus der viel gelernt wurde und an die auch heute noch produktiv angeknüpft werden kann. Ein besonderer Impuls für ehrenamtliches Engagement, politische Bildung und zivilgesellschaftliches Handeln entwickelte sich im Zuge des sogenannten „Langen Sommers der Migration“ (Hess et al., 2016), der im Sommer 2015 stattfand.

 

Der Begriff beschreibt kontinuierliche Migrationsbewegungen von Hunderttausenden von Flüchtlingen in europäische Staaten und betont die neuen Dimensionen dieser Bewegungen. Nach dem „langen Sommer“ haben wir das, was wir als „Ukrainisches Jahr in Deutschland“ bezeichnen würden, – eine tragische Umbruchssituation, welche unter anderen auch dadurch charakterisiert ist, dass die Fragen des friedlichen und solidarisches Zusammenlebens in Europa, des Einsatzes für demokratische Werte und Prinzipien der Menschenwürde, die Fragen der Freiheit und der Menschenrechte einer profunden (Neu-)Diskussion bedürfen und von den Bürgerinnen und Bürger in Deutschland mit Nachdruck gestellt werden.

Literaturhinweise: Evers, T., Kay, R., Leneis, S., Löffler, A., & Menig, S. (2019). Evaluation der Arbeit mit Geflüchteten in der Erzdiözese München und Freising. Interner Ergebnisbericht. ZFM. Hess, S., Kasparek, B., Kron, S., Schwertl, M., & Noori, S. (2016). Der lange Sommer der Migration. Grenzregime III. Berlin. Karakayali, S., & Kleist, O. (2016). EFA-Studie 2: Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland. 2. Forschungsbericht: Ergebnisse einer explorativen Umfrage vom November/Dezember 2015. Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), Humbold-Universität Berlin. Karakayali, S. (2018). Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtet in Deutschland. Flucht: Forschung und Transfer. State-of-Research Papier 09. Institut für Migrationsforschung und interkulturelle Studien (IMIS), Bonn international Center for Conversion (BICC).